Eher Wulst

Veröffentlicht am von Briard Sallys Blog

 

Viele Künstler sind verrückt, doch nicht jeder Verrückte ist automatisch ein Künstler. Sonst müsste es ja hier von Künstlern nur so wimmeln. Nun, Kunst kommt von Können, würde es von Wollen kommen, hieße es dann wohl Wulst. Und ich sehe viel Wulst, den lieben langen Tag. Und dennoch trägt sie ihre Arroganz in nie da gewesene Höhen. Selbsterkorene Musiker, die weder ihr Instrument beherrschen, noch die nötige Basis besitzen, aber auch nichts dazulernen wollen, weil sie nur nach Gefühl spielen wollen. Andere malen, wobei das Schärfste dass ich je gesehen habe, ein Künstler war, wollen wir ihn mal so benennen, der einen Blumenzweig vor die Leinwand stellte, und mit so einer art Sieb, alte Acrylfarbe, Standardlack aus dem Bauhaus, durchhobelte, sodass diese mehr oder weniger klumpig auf die Leinwand klatschte. Der übrig gebliebene Leerraum, zeugte eigentlich ausschließlich von Farbmangel. Hatte im entfernten  eine Ähnlichkeit mit einem Zweig, und leuchtete himmelblau in die Gegend. Und dann sind noch Jene, die sich für die Überköche schlechthin halten, das ist fast der gesamte Rest. Schaurige Attentate auf den Gaumen sind die Folge. Lieblos, ungeduldiges  hantieren mit Nahrungsmitteln, um sie hernach den qualvollen Flammentod sterben zu lassen, nicht ohne dabei etwas eigenwilliges zu kreieren. Egal was dabei heraus kommt, wichtig ist nicht der Geschmack, wichtig ist der Kaufpreis, je teuerer - desto besser, und die Präsentation. Zum Beispiel ein großer, weitgehend leerer Teller, auf dem ein kaltes, erheblich verkohltes Stückchen Etwas liegt, das im Entferntesten an eine amerikanische Hinrichtung auf dem E-Stuhl erinnert und auch so riecht. Nicht zu vergessen die schrumpeligen Stümpfe ehemals jungfräulicher Bohnen die den Eindruck machen, man hätte sie über Nacht in der Pfanne einfach vergessen. Dazu gibt es einseitig verbrannte Mandeln und getrocknete Aprikosen.Die Obergrausigen von ihnen schmieren sich dann auch noch fingerdick Gänseleberpastete auf das Kohlebricket. Als weitere Beilage gibt es ein Tütchen Kartoffelchips. Wie weit hergeholt erscheint nun die Redewendung “Leben wie Gott in Frankreich“?

Sie reden Wochen vorher schon was sie an diesem speziellen Tag zubereiten werden, und Jahre danach, wie gut sie damals an jenem speziellen Tage gekocht hätten. Dabei machen sie stets Kussmündchen, berühren ihren Mund gleichzeitig mit Daumen und Zeigefinger, und versuchen ebenso wichtig zu wirken wie Paul Bocuse. Hauptsache viiiiiiiiel Wein dazu, dann schmeckt alles. Und hernach soll der Wauwau die ekeligen Reste verspeisen.  Niemals! Ne, nicht mit mir!

Um wieder zum Thema Kunst zurückzufinden, kun(n)st Du mir was anderes zum Essen geben? Biiiiiiiiiiiiiitteee .

 

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Sally 11/24/2008 19:10

Wenn es nur so einfach wäre, mein lieber Emil,wenn das nur so einfach wäre. Die wachsen hier an Bäumen bzw. sie schießen wie Pilze aus dem Boden.

Hungriges WUUUH
Sally

Emil 11/24/2008 17:56

Jetzt weiß ich, warum es Dir nicht schmeckt. Ihr müsst dringend den Koch wechseln. Wußt ichs doch.
Wuff
Emil